BULGARIEN
ERLEBEN
Navigation
Burgas
Sozopol
Schwarzes Meer
Sofia
Nessebar
Veliko Tarnovo
Varna
Plovdiv
Russe
Unterrichtsmaterial
Google
 


Bericht einer Schülerzeitung

Die Schülerzeitung des Gymnasiums Burgas berichtet über das Lehrerehepaar.

Interview mit Herrn und Frau Schmidt 16.11.2006

1. Sie sind in Bulgarien schon seit 3 Monaten. Wie ist die Zeit verlaufen - schnell oder langsam?
Es verläuft immer noch alles rasend schnell, so richtig zum Luftholen bin ich immer noch nicht gekommen. Zu viel gibt es noch zu tun, die Wohnung muss eingerichtet werden, viele amtliche Wege sind zu erledigen und die Schule darf ich natürlich auch nicht vernachlässigen. Aber wir nehmen uns die Zeit für Ausflüge, z.B . nach Sozopol oder wir gehen in ein Konzert.
Die Zeit geht hier sehr schnell um, da wir immer etwas Neues zu tun haben. Alles ist für uns neu, die Schüler und Schülerinnen, die Kollegen, die Schule, die Nachbarn, die Stadt (wir wohnen in Deutschland in einem kleinen Dorf da gibt es viele Seen, viel Wald). Ich habe mich auf das Schwarze Meer gefreut, auch meine Kollegen in Deutschland haben mich um Burgas als Wohn- und Arbeitsort beneidet, aber wir waren erst drei Mal am Meer – und auch nur, weil ich gedrängelt habe. So bleibt mir nur der fantastische Blick aus der Schule auf das Meer – ich genieße es.
Zwei unserer Schüler.
Moderne Technik im Einsatz
2. Ihr erster Eindruck von Bulgarien?
Die Menschen sind sehr nett und offen und finden auf alle Probleme eine Lösung. Die bulgarische Art ,alles in Ruhe zu erledigen, die muss ich noch lernen. Langsam gewöhne ich mir auch an, bei Rot über die Straße zu gehen, denn bei Grün ist es viel zu gefährlich. Nur manchmal stört mich schon der viele Müll an manchen Stellen.
Ich finde die Leute sehr nett, sie haben immer ein Lächeln auf den Lippen. Nicht nur in der Schule oder in unserer Wohnumgebung, auch in den Geschäften ist man um uns bemüht. Wir beherrschen die Sprache leider noch nicht, es geht mit nur ein paar Brocken Bulgarisch.
3. Der erste Eindruck von unserem Gymnasium? Die Schüler und Lehrer sind sehr nett und aufgeschlossen, es macht Spaß hier zu unterrichten. Das Deutschkabinett kann sich mit vielen deutschen Schulen messen. Das Schulhaus könnte schon ein wenig netter aussehen. Sehr gut ist die Kantine.
Wir waren schon im Mai in Burgas und besuchten damals „unser“ neues Gymnasium. Ich war begeistert von dem hohen Sprachniveau. Fasziniert war ich auch vom ersten Schultag, so etwas gibt es in Deutschland nicht.
Die Ausstattung der Schule ist gut, vor allem der Deutschraum. Er ist eine wahre Fundgrube, die genutzt werden muss. Da gibt es sehr gute Literatur, zum Beispiel die Gedichtbände von Ulla Hahn oder Erich Fried. Nur das Mobiliar lässt zu wünschen übrig, eine Hose habe ich mir schon an einem Nagel zerrissen. (Aber das war nicht der erste Eindruck!)
An Goethe erinnert das Bild.
Alle lernen etwas.
4. Finden Sie es schwierig, ein Lehrer in einem fremdem Land zu sein?
Nein, die Unterrichtssprache ist ja deutsch und das können ja auch (fast)alle und damit wird das Unterrichten leicht.
So leicht ist es auch wieder nicht, denn die Muttersprache in einem fremden Land zu vermitteln, ist nicht einfach. Vieles, was für mich selbstverständlich ist, ist es eben nicht. Aber die Kollegen und Kolleginnen haben eine Super- Arbeit in den vorangegangenen Klassen geleistet, ohne sie wäre es nicht so einfach. Vielen Dank dafür.
5. Welches war das erste Wort auf Bulgarisch, die Sie gelernt haben? Guten Tag.
Ich hatte in Deutschland schon versucht, mit Hilfe eines Sprachkurses Bulgarisch zu lernen. Aber da bin ich schon an der Aussprache des Wortes „Auf Wiedersehen“ gescheitert. Wir haben in der Schule vor 30 Jahren Russisch gelernt, doch die bulgarische Aussprache ist ganz anders. Auch wenn ich ein Wort aus dem Wörterbuch verwende, verstehen mich die Bulgaren kaum, da ich es völlig falsch betone. Aber das Wort, mit dem man durch ganz Bulgarien kommt, ist molja.
Unser Übersetzer Ivo.
Martin aus der 10ad
6. Verstehen Sie schon Bulgarisch? Leider viel zu wenig.
Ich höre nur ein paar Wörter heraus, die dem Russischen sehr ähnlich sind, oder dem Deutschen. So finde ich den bulgarischen Begriff „Schreibprojektor“ gut, im Deutschen heißt das Gerät „Overheadprojektor“. Oder hier heißt der Beamer „Projektor“.
7. Ihrer Meinung nach, welcher ist der größte Unterschied zwischen den Deutschen und den Bulgaren? Immer ein Lächeln auf den Lippen. Das haben viele Deutsche nicht.Ansonsten gibt es viele Gemeinsamkeiten, z.B. die Bürokratie. Doch es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen Deutschland und Bulgarien. Das Buch ,in dem die Schulstunden eingetragen werden, ist in Bulgarien 20x so groß wie in Deutschland.
Ich möchte nicht die Bulgaren mit den Deutschen vergleichen, wir sind Menschen mit Schwächen und Stärken, das lässt sich nicht an einer Nation festmachen.
Das Klassenbuch
Fasching in Bulgarien
8. Wenn Sie hier ein Leben lang zu leben könnten, würden Sie das tun? Nein, Heimat ist Heimat. Deutschland ist ein schönes Land. Mir gefällt die Vielfalt in unserem Land und die vielen Radwege.
Ich weiß nicht, ob ich immer nur in einem Land leben möchte, ich liebe die Abwechslung, die Veränderung. Ich bin deshalb froh, jetzt in Bulgarien zu leben und versuche den Tag zu nutzen.
9. Unterschiede zwischen die deutschen und die bulgarischen Schüler? Bulgarische Schüler sind sehr motiviert, sie erlernen alles. In vielen Dingen unterscheiden sich die Schüler nicht, sie mögen die Pausen und streiten sich um Zensuren.
Deutsche Schüler sind pünktlich(er) – viele Burgaser Schüler nicht. Ob das tatsächlich am Bus liegt?
Schüleraustausch mit Rumänien
Eine Sonnenbrille gehört immer dazu.
10. Erzählen Sie, bitte, ein interessantes Ereignis von Ihnen hier in Bulgarien! Mein interessantestes Erlebnis war zweifelsohne das Bad im Schlamm der Burgaser Salinen. Nie im Traum wäre es mir eingefallen, dort zu baden, wäre da nicht die Exkursion mit den rumänischen Schülern gewesen. So habe ich ein Stück unverwechselbares Burgas entdeckt.
Kein interessantes, sondern eher komisches Erlebnis:
Ich glaube, nur in Bulgarien schüttelt man mit dem Kopf, wenn man „Ja“ meint. Deshalb habe ich den Bus 212 abfahren lassen, da ich jemanden fragte, ob das der Bus 212 sei und er mit dem Kopf schüttelte. Was er wohl von mir gedacht hat? Bis jetzt habe ich mich nicht an diese Körpersprache gewöhnt, und ich denke schon mit Grausen an den Sommer in Deutschland: Die Missverständnisse sind vorprogrammiert.


Leben in Bulgarien
Tagebuch
Aktivurlaub
Literatur
Natur
Europa
Gebirge
Geschichte
Unesco
Religion