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Fauna im Strandsha-Gebirge

Die Fauna фауна im Strandsha-Gebirge Странджа планина überzeugt durch ihre Natürlichkeit.

Tierwelt
 
Die zahlreichen Klimabesonderheiten, die unterschiedlichen Reliefformen und der vielfältige Lebensraum ist ein wichtiger Grund für die Existenz einer großen Zahl von Tierarten im Naturpark. In Bezug auf seinen Faunareichtum ist das Strandscha - Gebirge ein geschütztes Gebiet mit einer großen Bedeutung für die ganze Welt. Die wirbellosen Tiere im Naturpark sind noch nicht gut erforscht, aber es wurden etwa 600 Arten bisher festgestellt und der Anteil der konservationsbedeutsamen davon ist relativ hoch. Bei 31 Arten handelt es sich um Reliktarten und von den Endemiten sind vier lokal und 80 bulgarisch. Das hohe Prozent der Relikten und der Endemiten im Strandscha – Gebirge geht auf die spezifischen Bedingungen, die erhalten gebliebenen Waldökosysteme, die Flüsse, die Weiden und die Vielzahl an Höhlen. Der Naturpark „Strandscha“ ist das geschützte Gebiet mit den meisten Wirbeltieren in Bulgarien – 404 Arten. Die Kombination von Faunaelementen ist genauso einzigartig wie bei den Pflanzen. Wegen der Kreuzweglage des Gebirges kommen hier Arten mit unterschiedlicher Herkunft und Verbreitung vor.
Eine seltene Begegnung,aber möglich.
 
Fische
 
In den Gewässern des Naturparks „Strandscha“ wurden bisher 41 Arten Salzwasser- und Übergangsfische (solche, die in die Flüsse eindringen, um sich zu vermehren) festgestellt. Außerdem bewohnen noch etwa 70 Arten von Fischen das Küstenaquatorium des Naturparks. Somit besetzt der Naturpark eine der ersten Stellen in Europa nach diesem Kriterium. Die Zahl der Reliktarten ist auch groß – neun Ponto – Kaspische (sechs Arten Kaulbarsch, Alosa caspia bulgarica, u.a.) und fünf boreale Relikte (Forelle, Aal, Dreistachliger Stichling, Meerzander u.a.) Zu den Endemiten im Schwarzen Meer zahlen sieben Arten: Rutilus frisii, Syngnathus abaster, Mesogobius gymnotrachelus, N.fluviatilis, N.melanostomus, Mesogobius batrachocephalus und Neogobius cephalarges. Stizostedion marinus und Proterorchinus marmoratus zählen zu den Endemiten im Schwarzen und im Kaspischen Meer. Die Balkanendemiten sind nur durch Cobitis peshevi vertreten. Alosa caspia bulgarica wurde nur im Gebiet der südlichen bulgarischen Schwarzmeerküste festgestellt. Die Internationale Rote Liste schließt zwölf Arten Salzwasserfische ein. Im Europäischen Roten Buch ist die Wildform von Salmo trutta fario und im Nationalen Roten Buch sind acht Arten registriert. Dazu zählen: Gasterosteus aculeatus, die Wildform von Cyprinus carpio, Chalcalburnus chalcoides.
Die Veleka
 
Amphibien
 
Im Naturpark „Strandscha“ wurden neun Arten Amphibien festgestellt und das ist mehr als die Hälfte der 16 bulgarischen Amphibienarten. Bedeutsam im Kontinentalaspekt sind die Populationen von Hyla arborea und Pelobates syriacus. Andere Arten wie Bombina variegata haben isolierte nicht so zahlreiche Populationen, obwohl das im übrigen Gebiet Bulgariens eine der meistverbreiteten Arten darstellt. Die Artenvielfalt der Amphibien wird durch zwei Arten Wassermolche (Triturus cristatus, Tr. karelinii), die Kröten (Bufo bufo, B. viridis), Rana dalmatina, und den Seefrosch (Rana ridibunda) ergänzt. Bedroht in der ganzen Welt sind zwei Amphibienarten – der Südliche Kammmolch und der Europäische Laubfrosch. Im Europäischen und im Bulgarischen Roten Buch steht Pelobates fuskus, eine Unterart der Subendemiten.
Ungestörte Natur
 
Reptilien
 
Im Strandscha – Gebirge wurden bisher 27 Reptilienarten festgestellt. Sie zählen zu der biologischen Gruppe mit einer bedeutsamen Populationen im Naturpark. Von internationaler Bedeutung sind elf Arten und zwei Unterarten, indem die Population von Coluber rubriceps thracius die Hälfte seiner Weltpopulation darstellt. Bedeutsam im europäischen Kontext sind die Populationen von neun Reptilienarten. Bedroht in der ganzen Welt sind drei Reptilienarten - Emys orbicularis, Testudo graeca иnd T.hermanni. Im europäischen Roten Buch stehen Elaphe longissima, Typhlops vermicularis und Coluber rubriceps, und im Nationalen Roten Buch sind außer den oben genannten auch Mauremys caspica und Ophisaurus apodus eingeschlossen. Der Endemismus wird auf einer unteren subendemischen Stufe vertreten: Lacerta praticola pontica und Cyrtodactylus kotschyi danilowskii. Eine Ausnahme ist Coluber rubriceps thracius, bei dem es sich um eine lokale endemische Unterart für die südliche bulgarische Schwarzmeerküste handelt. Andere konservationsbedeutsame Arten sind: Ablepharus kitaibelii, Malpolon monspessulanus, Coluber caspius, Elaphe quatuorlineata sauromates u.a.
Überall leben Reptilien
 
Vögel
 
Im Park wurden 269 Vögelarten festgestellt, was 2/3 der bulgarischen Ornitofauna entspricht. Die im Park nistenden Arten sind 134. Sie gehören zu fünfzehn Klassen und stellen fast die Hälfte der sich im Land vermehrenden Arten dar. 73 Arten der Ornitofauna nisten in den Wäldern und den Gebüschen. Andere zwölf Arten haben ihre Hauptnestnischen in den Wäldern, einschließlich der Felsenadler (Aquila chrysaetos), der auf der Balkanhalbinsel vorwiegend in den Bäumen im Strandscha – Gebirge nistet. In den mit Schilf bewachsenen Sumpfteilen der Mündung des Flusses Veleka nisten zehn Arten der Wasservögel. In den landwirtschaftlichen Gebieten nisten acht Arten, manche von denen eine große Konservationsbedeutung haben, wie z.B. Perdix perdix, Coturnix coturnix, Crex crex, Alauda arvensis, Anthus campestris und Emberiza malanocephala. Fünf Arten nisten auf den Felsen des Naturparks: Neophron percnopterus, Bubo bubo, Monticola saxatilis u. a. Im Park nistet auch eine international bedrohte Art – der Wachtelkönig (Crex crex). Einen ungünstigen Status in Europa haben 40 Arten: zwei davon stehen kurz vor der Ausrottung - Neophron percnopterus und Ficedula semitorquata, fünfzehn sind von der Ausrottung bedroht - Ciconia ciconia, Anas querquedula u. a. , sechs Arten sind selten - Ciconia nigra, die vier Adlerarten, Hippolais olivetorum. Im Nationalen Roten Buch stehen auch: Podiceps griseigena, Pernis apivorus, Accipiter gentilis, A.nisus, Falco subbuteo, Scolopax rusticola, Columba oenas, Dryocopus martius, Dendrocopos leucotos lilfordi. Für sie ist Bulgarien das wichtigste Land und der Naturpark ist das zweitwichtigste Schutzgebiet im ganzen Areal der Unterart. Für einige der konservationsbedeutsamen Arten ist die Zahl der im Naturpark nistenden Paare bekannt - Ciconia nigra 25 Paare, Pernis apivorus sechzehn Paare, Neophron percnopterus ein Paar, Circaetus gallicus – sechs, Accipiter gentilis – achtzehn, A.nisus – drei, Aquila pomarina – zwanzig, Felsenadler – sechs, Hieraaetus pennatus – fünf, Falco subbuteo -eins, Uhu – acht Paare. Von einer großen Bedeutung für die ganze Welt sind die Populationen von Dendrocopos leucotos lilfordi, Ficedula semitorquata, Hippolais olivetorum und Parus lugubris. Bedeutsam für Europa sind etwa 50 Arten.
Kormorane gibt es hier auch.
 
Via Pontica
 
Über dem Strandscha – Gebirge ist der zweitgrößte Zugweg der Vögel in Europa - Via Pontica. Hier sammeln sich die Vögel aus Nord-, Osteuropa und Sibirien. Jeden Frühling und jeden Herbst fliegen Tausende von Vögeln zu den südlichen Ländern. Über dem Gebirge ist die Zugfront nur einige Kilometer breit. Hier sind große Vogelschwärme von Störchen (Ciconia ciconia), Pelikanen, Pernis apivorus, Buteo buteo und Aquila pomarina zu beobachten. Zu diesem Zeitpunkt kann auch eine Reihe von bedrohten Arten beobachtet werden: Aquila heliaca, Aythya niroca, Pelecanus crispus, Circus macrourus u. a. Über dem Naturpark ziehen auch fast alle Arten von Reihern, Raubvögeln, viele Regenpfeifer und Millionen Singvögel. In der feuchten Zone nördlich von Malko Tarnnovo können mehr als 200 Vogelarten beobachtet werden. Diese Zone ist das einzige Wassergebiet auf dem Parkterritorium, welches von den Vögeln für eine Übernachtungs- und Nahrungspause auf ihrem Zug benutzt wird. Die weiten Waldmassive, die die Weiden und die Flusswiesen stellen den Vögeln gute Rast- und Nahrungsmöglichkeiten während ihrer einige Tausendkilometer langen Zugroute zur Verfügung. Die Bedeutung des Naturparks für die Via Pontica – Vögel nimmt wegen der Schwarzmeerküste zu, die für Kormorane, Enten, Haubentaucher, Möwen und Küstenseeschwalben nicht nur eine Rastmöglichkeit, sondern auch eine Bleibe während des Winters bietet.
Hier trifft sich die Vogelwelt.
 
Säugetiere
 
Im Naturpark vermehren sich 62 Landsäugetiere. In der Liste der sich auf dem Gebiet des Naturparks vermehrenden Arten figurieren nicht der Bär und der Luchs, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts von den Menschen vernichtet worden sind. Diese Liste schließt weder die drei Delfinarten, noch die Mönchsrobbe (Monachus monachus), welche in den Unterseehöhlen bei Silistar sporadisch vorkommt. Die meist verbreiteten Gruppen sind die der Fledermäuse und der großen Säugetiere. Die Fledermäuse sind 21 Arten und die großen Säugetiere sind durch vierzehn Arten vertreten. Die kleinen Säugetiere (Insektenfresser, Nagetiere und Hasenartige) sind insgesamt 27 Arten.Den Naturpark bewohnen der Schakal (Canis aureus), der Fuchs, der Dachs, das Wildschwein und das Reh. Für den Schakal ist der Naturpark das einzig bedeutsame in Europa geschützte Territorium. Die Edelhirsche sind etwa 150 und ihre Populationsdichte ist sehr klein. Der Fischotter (Lutra lutra) ist durch 30 Exemplare vertreten, was der Mikropopulation im Naturpark eine europäische Bedeutung verleiht. Ganz selten hier sind der Marder (Martes martes), der Steinmarder (Martes foina), der schwarze Iltis (Mustela putorius), der europäische bunte Iltis (Vormela peregusna peregusna) und die Wildkatze (Felis silvestris). Der europäische bunte Iltis ist das seltenste Raubtier im Naturpark. Der Wolf (Canis lupus) ist auch eine seltene Art, die sich im Rahmen des Naturparks instabil vermehrt. In der Internationalen Roten Liste stehen zwölf Arten von Fledermäusen; acht Arten von Nagetieren – der Ziesel, der kleine blinde Hund, die drei Mausarten (Dryomis nitedula, Glis glis и Muscardinus avellanarius), das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris), die Mittelmeer – Feldmaus und die Zwergmaus (Micromys minutus), sowie drei Arten großer Säugetiere – der bunte Iltis, der Flussotter und die Mönchsrobbe. Außer der oben genannten Arten sind auf europäischer Ebene noch vier Säugetiere bedroht - die Mittelmeer – Feldmaus, der Wolf, die Wildkatze und der Schakal. Der Marder ist auf nationaler Ebene bedroht. Von einer internationalen Bedeutung sind die Populationen die Mittelmeer – Feldmaus, der europäische bunte Iltis, die Wildkatze, das kleine Mausohr, der Siebenschläfer und die Haselmaus. Bedeutsame Populationen im europäischen Kontext haben dreizehn der Arten, während der Marder und die Mittelmeer – Feldmaus Populationen von nationaler Bedeutung haben.
Leben hier ungestört
 
Neue und aussterbende Arten
 
In den letzten Jahren werden auch neue Arten im Strandscha – Gebirge entdeckt. Das geht sowohl auf die intensive Forschungsarbeit auf dem Gebiet des Naturparks, als auch auf einige Änderungen der Umgebungsbedingungen zurück. Eine neue Familie, die nur im Strandscha – Gebirge vorkommt, ist Raflesiaceae mit der Art Cytinus clusii. Neue Arten, die in Bezug auf Bulgarien nur im Strandscha – Gebiet vorkommen sind die Reinholds Ragwurz (Ophrys reinholdii) und die Lorbeerblättrige Zistrose (Cistus laurifolius). Hier wurde auch der östlichste Lebensraum des Balkanendemiten Serpentin – Hauswurz (Sempervivum leucanthum) entdeckt. Von der mediterranischen Reliktart des Westlichen Erdbeerbaums (Arbutus unedo) wurden im Naturpark nur einige Exemplare festgestellt. Neue Tierarten für den Park sind der Maskenwürger (Lanius nubicus) – eine seltene Tierart, die nur an einigen Orten in Bulgarien vorkommt, Bombicila garrulous – ein seltener Gast aus dem Norden, Bucanetes githagineus u.a. Einige Arten erweitern zurzeit ihr Areal, z.B. der Mauersegler (Apus apus), der nun ins Innere des Gebirges eindringt. Bei einigen Arten betrachtet man aber eine Reduzierung der Populationen. Das ist sowohl auf die ungünstigen Lebensbedingungen und den Mangel am passenden Lebensraum, als auch auf die menschliche Wirkung zurückzuführen. Der Schmutzgeier ist nur durch ein einziges Paar vertreten, der Weißstorch und ein Teil der Reptilien – die Schildkröten und die Schlangen – werden auch immer weniger. Diese Tendenz merkt man auch bei einigen Pflanzenarten wie bei dem Syrischen Gliedkraut, vielen der Sandpflanzen u.a.
Faszinierender Anblick.
 


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