BULGARIEN
ERLEBEN
Navigation
Burgas
Sozopol
Schwarzes Meer
Sofia
Nessebar
Veliko Tarnovo
Varna
Plovdiv
Russe
Unterrichtsmaterial
Google
 


Ende in Bulgarien

Michaela und Gundolf Schmidt sind nicht mehr in Bulgarien.

Zum zweiten Mal Koffer packen

Wermsdorfer Lehrer müssen Zelte in Burgas abbrechen

Burgas/Wermsdorf. Wermsdorf hat sie bald wieder: Michaela und Gundolf Schmidt. Das Lehrer-Ehepaar war im Sommer vorigen Jahres nach Burgas gezogen, um dort zu leben und zu arbeiten (wir berichteten). Jetzt geht ihr Aufenthalt an der bulgarischen Schwarzmeer-Küste dem Ende entgegen – nicht ganz freiwillig allerdings. Der Arbeitsvertrag am Goethe-Gymnasium von Burgas wird mit dem Ende dieses Schuljahres auslaufen.
Aleksandrovka in Burgas
Dass dieser nicht verlängert wurde, komme überraschend für ihn, gestand Gundolf Schmidt in einer E-Mail an diese Zeitung. Über die Gründe kann er nur spekulieren. Ein Interview, das Schmidt der bulgarischen Schülerzeitung gegeben hat, war vielleicht zu kritisch, so seine Vermutung. Im Beitrag selbst – nachzulesen auf der Internet-Seite von Schmidts – lobt der Wermsdorfer allerdings Schüler, Kollegen und seinen neuen Wahl-Arbeitsort sehr, spricht aber auch den vielen Müll auf den Straßen oder das heruntergekommene Mobiliar der Schule an.
Die beste Schülerin 2007
Außerdem wurde ihnen mitgeteilt, dass beide nicht nach Burgas passen, da sie nicht den „traditionellen bulgarischen Unterricht“ durchführen. Stattdessen setzten Gundolf und Michaela Schmidt auf Gruppenunterricht oder Einsatz von Internet und Filmen. „Wir dachten, sie wollten etwas Neues“, meinen sie enttäuscht. Doch mit der Situation, zum Schuljahresende noch keinen neuen Arbeitsvertrag in den Händen zu haben, steht das Paar offensichtlich nicht allein da. „Der bulgarische Lehrer bekommt immer nur Zeitverträge. Er muss also immer damit rechnen, dass er im nächsten Jahr arbeitslos ist“, so Gundolf Schmidt.
Auf Exkursion zur Saline nach Burgas
Unterdessen gibt es im Gästebuch auf der Internet-Seite der beiden erste Einträge, in denen die Schreiber den baldigen Wegzug der Wermsdorfer aus Burgas bedauern. Dort können Interessenten aus der Region – immerhin virtuell – am Leben des Paares an der Schwarzmeerküste teilnehmen. Auch vor einer Urlaubsreise nach Bulgarien lohnt sich der Blick auf die Seite, denn Berichte und Fotos von ihren Erkundungstouren stellen Schmidts auch ins Netz. „Im letzten Monat Bulgarien haben wir so viel gesehen wie nie. Unbedingt sehenswert sind die Stadt Plovdiv und die Rhodopen“, empfiehlt Gundolf Schmidt. Bis zum nächsten Jahr will der Wermsdorfer seine vielen Eindrücke und Fotos dann geordnet haben und in einem Bulgarien-Vortrag zeigen.
J. Brechlin

OAZ 29.6.07
Das Schwarze Meer

„Das Wort des Direktors steht quasi über allen anderen"

Sächsischer Austauschlehrer spricht über sein Jahr in Bulgarien
Zum Vortrag in Delitzsch.
„Andere Länder, andere Sitten", das dieses chinesische Sprichwort sowohl positive als auch negative Seiten mit sich bringen kann, haben wohl schon viele Touristen oder Auswanderer erlebt. Unter ihnen auch Gundolf und Michaela Schmidt aus Wermsdorf. Die beiden gingen 2006 für ein Jahr nach Bulgarien, um dort an einem Gymnasium mit verstärktem Deutschunterricht zu lehren.
Die Schulleiterin der Goethe-Schule Burgas
Ein Jahr in einem Land, was ihr Leben ein Stück weit veränderte und in dem sie Erfahrungen gemacht haben, die sie noch heute in ihren Live Beamershow an die Menschen hier in der Heimat weitergeben wollen. Am vergangenen Sonnabend hielt Gundolf Schmidt im Hotel Zum Weißen Ross in Delitzsch seinen Bulgarien Vortrag.
Beim Landesprogramm Lehrkräfte des Freistaates Sachsen bewarb sich das Paar 2006 für einen Auslandsaufenthalt. „Unser eigentliches Traumziel war Sibirien, aber das war leider schon vergeben", erinnerte sich der 48 Jährige. Doch, da sich die beiden sächsischen Lehrer nichts mehr wünschten, als einmal die Erfahrung zu machen, in einem fremden Land zu unterrichten, freuten sie sich auch über das Bulgarienangebot.
DSD Übergabe 2007
So startete das Paar zum Schuljahresbeginn im September den Deutschunterricht am Goethe Gymnasium in der bulgarischen Schwarzmeerstadt Burgas, quasi „mit dem Meer vor der Haustür". Doch nach einiger Zeit mussten beide feststellen, dass sie bei ihrem Auslandsaufenthalt nicht nur lehrten, sondern auch selber neue Dinge gelehrt bekamen. „Wie aus Deutschland gewohnt, übertrug ich meine Lehrmethoden auf diese fremde Schule. Ich versuchte den Schülern das eigenständige Denken beizubringen", erklärte der Geschichts und Deutschlehrer der Mittelschule Wermsdorf. Und während seine Methoden bei den bulgarischen Kollegen gut ankamen, waren sie dem Schulleiter regelrecht ein Dorn im Auge. „In diesem Land ist alles noch sehr autoritär, das Wort des Direktors steht quasi über allen anderen." Doch als die Schmidts diese Weisheit richtig begriffen hatten, war es bereits zu spät: „Eigentlich wollten wir gern länger als dieses eine Schuljahr in Burgas bleiben, aber der Schulleiter lehnte das ab."
Schüleraustausch mit Rumänien
Außerhalb des Unterrichts machten die beiden Sachsen noch viele weitere und auch glücklichere Erfahrungen in der Ferne. Und so führte Gundolf Schmidt seine Zuhörer nach dem kurzen Ausflug in die Schule unter anderem nach Sofia und in das Rilagebirge. Die Besonderheit seiner Vorstellung lag dabei in der Detailfeinheit. Während ein eindrucksvolles Bild nach dem anderen über die Leinwand flimmerte, hörten die Gäste abwechselnd Originalstimmen von Einwohnern und interessante Erläuterungen des Wermsdorfer Lehrers.
Zum Abschluss verriet Gundolf Schmidt noch seinen Plan von einem möglichen Auslandsjahr in Rumänien: „Bei einigen Besuchen konnte ich feststellen, dass es ein hochentwickeltes Kulturland ist", schwärmte er. Seine Frau Michaela würde dann allerdings in der Heimat bleiben.
Julia Wieck
LVZ 17.2.2009
Am Schwarzen Meer


Leben in Bulgarien
Tagebuch
Aktivurlaub
Literatur
Natur
Europa
Gebirge
Geschichte
Unesco
Religion